Zuordnungsproblem
Das (lineare) Zuordnungsproblem ist ein diskretes Optimierungsproblem aus der Graphentheorie. Es ist ein spezielles klassisches Transportproblem und findet Anwendung in der Operations Research.
Es kann mittels ganzzahliger linearer Optimierung oder mithilfe der Ungarischen Methode gelöst werden.
Problembeschreibung
Es kann wie folgt verbal formuliert werden:
Einer Anzahl von
Arbeitern soll die gleiche Anzahl Tätigkeiten bei bekannten
(Ausführungs-)Kosten zugeordnet werden, wobei sich die Ausführungskosten
von Arbeiter zu Arbeiter und von Aufgabe zu Aufgabe unterscheiden.
- Jedem Arbeiter wird genau eine Tätigkeit zugeordnet und jede Tätigkeit wird von genau einem Arbeiter ausgeführt.
- Anschließend wird unter allen zulässigen Plänen der kostenminimale Arbeitsplan gewählt.
Mathematisches Modell
Graphentheoretische Beschreibung
Es sei ein bipartiter, gewichteter Graph
mit
gegeben. Zwischen allen Knoten
existiert je eine Kante, deren Gewicht
die Kosten repräsentiert, die entstehen, wenn man
und
matcht.
Ziel ist es nun, ein maximales Matching mit minimalen Kosten zu finden.
Matrixdarstellung
Anlehnend an die Problembeschreibung können wir eine
Matrix
erzeugen, indem wir in die Zelle
die Kosten eintragen, die entstehen, wenn wir dem Arbeiter
die Aufgabe
zuordnen.
Das Ziel ist es dann, eine Permutation der Zeilen der Matrix zu finden, die deren Spur minimiert.
Beschreibung als lineares Programm
Mit den (zu bestimmenden) Variablen
und den (gegebenen) Ausführungskosten
ergibt sich das folgende mathematische Modell:
Minimiere die Kostensumme
unter den Nebenbedingungen
für
,
für
.
Zeitkomplexität
Das Problem ist mithilfe der Ungarischen Methode in
lösbar.
Beispiele und Aufwand
Beispiele für das lineare Zuordnungsproblem sind die Zuordnung von Schülern zu Schulprojekten oder die Zuordnung von Studenten auf Seminarplätze.
Verallgemeinerungen und Varianten
Beim Zuordnungsproblem handelt es sich um einen Spezialfall eines maximalen Matchings minimalen Gewichtes in einem bipartiten, gewichteten Graphen.
Sind statt absoluten Kosten nur relative Kosten bekannt, so handelt es sich um ein Stable Marriage Problem.
Literatur
- A. Bogatzki: Fabrikplanung: Verfahren zur Optimierung von Maschinenaufstellung. Diss. Universität Wuppertal 1998. Roderer, 1998, ISBN 3-89073-234-8.
- Wolfgang Domschke, Andreas Drexl: Einführung in Operations Research. Springer, 2011, ISBN 978-3-642-18111-5, S. 188ff.
(
Auszug (Google))


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Datum der letzten Änderung: Jena, den: 19.05. 2026