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Heinrich Hermann Robert Koch

deutscher Mediziner, Mikrobiologe (Bakteriologe) und Hygieniker

geboren: 11. Dezember 1843 in Clausthal
gestorben: 27. Mai 1910 in Baden-Baden

1890 - Großkreuz des Roten Adlerordens
1904 - Mitgliedschaft Preußische Akademie der Wissenschaften
1905 - Nobelpreis für Physiologie oder Medizin
1905 - Mitglied der Académie royale des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique
1906 - Orden Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste

Robert Koch ist – neben seinem Kollegen Louis Pasteur in Paris – einer der Begründer der modernen Bakteriologie und Mikrobiologie sowie der Immunologie und Allergologie und war auch auf dem Gebiet der Virologie erfolgreich.

Ab 1848 wurde Robert Koch von einem Privatlehrer unterrichtet. Im Alter von sieben Jahren wechselte er auf das humanistische Gymnasium in Clausthal, welches er bis zum Abitur 1862 besuchte.

Ab 1862 studierte Robert Koch Philologie in Göttingen, entschied sich aber noch im ersten Semester für Medizin und begann deren Studium im gleichen Jahr. Unter anderem hörte er Physik bei Wilhelm Weber und Chemie bei Friedrich Wöhler. In der Medizin wurden der Anatom Jakob Henle, der Physiologe Georg Meissner, der Koch den behutsamen Umgang mit Versuchstieren beibrachte, und der klinische Pathologe Karl Ewald Hasse zu seinen prägenden Lehrern.

Nach sechs Semestern hatte Koch eine pathologische Preisaufgabe bei Wilhelm Krause gelöst. Im Jahr 1866 schloss er das Studium mit einer Doktorarbeit auf dem Gebiet der Pathologie und der mit Auszeichnung erfolgten Promotion am 15. Januar 1866 ab. Vor Ablegung des Staatsexamens studierte er noch für kurze Zeit bei Rudolf Virchow, dem international renommierten Vertreter der Zellularpathologie, in Berlin.

Es folgten ab 1866 ärztliche Tätigkeiten als Assistenzarzt am Allgemeinen Krankenhaus in Hamburg (St. Georg), dann bis 1868 als „Leitender Irrenarzt“ an der „Erziehungs- und Pflege-Anstalt für geistesschwache und blödsinnige Kinder“ (heute KRH Psychiatrie Langenhagen) in Langenhagen bei Hannover, wobei er gleichzeitig eine private allgemeinärztliche Praxis betrieb. Danach wechselte er 1868/1869 als Landarzt nach Niemegk (Mark Brandenburg nahe Potsdam).

Im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 meldete sich Koch freiwillig zum Sanitätsdienst, war Feldarzt im Feldlazarett und kümmerte sich vor allem um Typhus- und Ruhrkranke. 1871 nach Rakwitz zurückgekehrt legte er 1872 das Physikatsexamen – Voraussetzung für die Arbeit als Amtsarzt – ab und wurde im gleichen Jahr zum Kreisphysikus des Kreises Bomst mit Praxis in Wollstein (Provinz Posen) ernannt.

Berlin

Zeiss Mikroskop

1880 stellte ihn Heinrich Struck, der Direktor des Kaiserlichen Gesundheitsamts, ein, um das vier Jahre alte Amt in Berlin zu einer medizinischen Forschungseinrichtung auszubauen. Koch wurden die beiden Militärärzte Friedrich Loeffler und Georg Gaffky an die Seite gestellt, sowie wenig später noch als weiterer Militärarzt Ferdinand Hueppe und der Chemiker Bernhard Proskauer.

Robert Koch bemühte sich immer, an der Spitze der technischen Entwicklung zu bleiben, und so waren viele seiner Entdeckungen vom technischen Fortschritt getrieben. Die ersten Ölimmersions-Linsen verwendete er bereits, bevor sie auf dem Markt erhältlich waren. Die meisten Mikroorganismen sind transparent, sie werden im mikroskopischen Bild erst nach einer Färbung sichtbar. Um seine Beobachtungen festzuhalten, verwendete er die Fotografie.

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Datum der letzten Änderung:  Jena, den: 18.08. 2026