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Heterochromatin

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Chromatin
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Elektronenmikroskopische Aufnahme eines Zellkerns. Innen entlang der Kernmembran liegt stark gefärbtes Heterochromatin.

Als Heterochromatin wird verdichtetes Chromatin im Zellkern bezeichnet, das sich gut anfärben lässt. In ihm liegt die Desoxyribonukleinsäure (DNA) in stark an Histon- und Nichthiston-Proteine gebundener Form vor. Dadurch bleibt die Erbinformation weitgehend inaktiv.

Der Begriff Heterochromatin wird in Abgrenzung zu Euchromatin verwendet, welches für Enzyme leichter zugänglich ist. Heterochromatin wird durch verschiedene Färbetechniken der Lichtmikroskopie (z. B. Feulgenreaktion, Giemsa-Färbung) stärker (positiv heteropyknotisch) als Euchromatin gefärbt. Auch im Transmissionselektronenmikroskop erscheint es wegen seiner starken Elektronenabsorption dunkel.

Arten von Heterochromatin

Zellkern eines menschlichen, weiblichen Fibroblasten. Links: Blauer DNA-Farbstoff, der Heterochromatin hervorhebt. Der Pfeil zeigt auf das Barr-Körperchen, also das inaktive X-Chromosom. Rechts: Sonderform eines Histons (macroH2A), mit Antikörpern nachgewiesen (grün). Diese Sonderform ist im Barr-Körperchen stark angereichert.

Das klassische primäre Markerprotein für Heterochromatin ist das hochkonservierte Heterochromatin Protein 1 (HP 1). Ein weiteres charakteristisches Merkmal heterochromatischer Regionen sind die Hypoacetylierung (das Fehlen von Acetylgruppen) sowie die Methylierung an bestimmten Aminosäuren der Histone.

Aggregate von Heterochromatin bezeichnet man als Chromozentren.[1]


Geschichte

Mit den Fachausdrücken Heterochromatin und Euchromatin präzisierte Emil Heitz[2] das von Walther Flemming[3] vorgeschlagene Wort Chromatin: Die nicht heterochromatischen Chromatinbereiche sind euchromatisch. Überdies beobachtete Heitz erstmals bei Drosophila virilis, dass in endoreplizierenden Zellkernen das (konstitutive) Heterochromatin weit weniger als das Euchromatin oder gar nicht multipliziert.[4]

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Michael J D White: The chromosomes. 6th edition. Chapman and Hall, London 1973. → 36f, 67f.
  2. Emil Heitz: Heterochromatin, Chromocentren, Chromomeren. In: Berichte der Deutschen Botanischen Gesellschaft. 47, 1929: S. 277.
  3. Walther Flemming: Beiträge zur Kenntniss der Zelle und ihrer Lebenserscheinungen. Theil II. In: Archiv für Mikroskopische Anatomie 18, 1880: 151–259. Dort S. 158.
  4. Emil Heitz: Über α- und β-Heterochromatin sowie Konstanz und Bau der Chromomeren bei Drosophila. In: Biologisches Zentralblatt 54, 1934: 588–609. Dort S. 596.
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Basierend auf einem Artikel in: Extern Wikipedia.de
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Datum der letzten Änderung: Jena, den: 25.02. 2026