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Thioschwefelsäure

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar[2]

Die Thioschwefelsäure ist eine Sauerstoffsäure des Schwefels bzw. eine Thiosäure der Schwefelsäure, die sich formal von der Schwefelsäure ableitet, wobei ein Sauerstoffatom durch ein Schwefelatom ersetzt wird.

Darstellung

Die Darstellung der wasserfreien Säure kann durch Umsetzung von Schwefelwasserstoff (H2S) mit Schwefeltrioxid (SO3) in Diethylether bei −20 °C erfolgen. Ab einer Temperatur von −10 °C zerfällt Thioschwefelsäure wieder in H2S und SO3. Ohne Ether entsteht dagegen das ebenfalls leicht zersetzliche Lewis-Addukt H2S·SO3.[1]

Strukturformel
Struktur von Thioschwefelsäure
Allgemeines
Name Thioschwefelsäure
Andere Namen Monosulfanmonosulfonsäure
Summenformel H2S2O3
Kurzbeschreibung farblose, ölige Flüssigkeit (nur unter −30 °C)[1]
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Extern 13686-28-7
PubChem Extern 24478
ChemSpider Extern 22886
DrugBank Extern DB09499
Eigenschaften
Molare Masse 114,14 g/mol
Aggregatzustand flüssig
pKS-Wert

Eigenschaften

Thioschwefelsäure liegt in der SH-Form vor.[3] Die tautomere Struktur mit einer Doppelbindung zwischen den Schwefelatomen ist um 41 kJ/mol energiereicher.[1] Die beiden Schwefelatome haben eine mittlere Oxidationszahl von +2. H2S−1S+5O3

Salze der Thioschwefelsäure

Die Salze der Thioschwefelsäure, die Thiosulfate, sind in Wasser beständig. Sie können durch Kochen von Sulfitlösungen mit Schwefel gemäß folgender Gleichung hergestellt werden:

{\displaystyle \mathrm {S_{8}+8\ Na_{2}SO_{3}\longrightarrow 8\ Na_{2}S_{2}O_{3}} }

Angesäuerte Thiosulfatlösungen zersetzen sich unter Schwefelabscheidung:

{\textstyle \mathrm {HS_{2}O_{3}^{-}+H^{+}\longrightarrow H_{2}O+SO_{2}+S} }

In der Photographie hat Natriumthiosulfat praktische Bedeutung als Fixiersalz. Thiosulfationen wirken reduzierend. In Bleichereien wird es zur Entfernung von Chlor aus chlorgebleichtem Gewebe benutzt. Die quantitative Reaktion mit Iod zu Tetrathionat-Ionen S4O62− wird in der analytischen Chemie (Iodometrie) verwendet.

Einzelnachweise

  1. Hochspringen nach: a b c d e A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 101. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 1995, ISBN 3-11-012641-9.
  2. Dieser Stoff wurde in Bezug auf seine Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  3. Eintrag zu Extern Thioschwefelsäure. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 12. April 2026.
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Basierend auf einem Artikel in: Extern Wikipedia.de
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Datum der letzten Änderung: Jena, den: 12.04. 2026