Logo biancahoegel.de

Blei(II)-sulfat

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[4] ggf. erweitert[1]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol
Gefahr
H- und P-Sätze H:
  • Kann das Kind im Mutterleib schädigen. Kann vermutlich die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.
  • Gesundheitsschädlich bei Einatmen.
  • Gesundheitsschädlich bei Verschlucken.
  • Kann die Organe schädigen (alle betroffenen Organe nennen, sofern bekannt) bei längerer oder wiederholter Exposition (Expositionsweg angeben, wenn schlüssig belegt ist, dass diese Gefahr bei keinem anderen Expositionsweg besteht).
  • Sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung.
P:
  • Vor Gebrauch besondere Anweisungen einholen.
  • Freisetzung in die Umwelt vermeiden.
  • ​Bei Verschlucken: Bei Unwohlsein Giftinformationszentrum, Arzt oder … anrufen. Mund ausspülen.
  • Bei Einatmen: Die Person an die frische Luft bringen und für ungehinderte Atmung sorgen. Bei Unwohlsein Giftinformationszentrum, Arzt oder … anrufen.
  • Bei Exposition oder falls betroffen: Ärztlichen Rat Einholen / ärztliche Hilfe hinzuziehen.
[1]
Zulassungs­verfahren unter REACH

besonders besorgnis­erregend: fortpflanzungs­gefährdend (CMR)[5]

Blei(II)-sulfat (PbSO4), ein weißer kristalliner Feststoff, ist das Blei(II)-Salz der Schwefelsäure.

Strukturformel
BleiionSulfation
Allgemeines
Name Blei(II)-sulfat
Andere Namen
  • Plumbosulfat
  • Bleivitriol
  • C. I. Pigment White 3
Summenformel PbSO4
Kurzbeschreibung weißer kristalliner Feststoff[1]
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 231-198-9
ECHA-InfoCard Extern 100.028.362
PubChem Extern 24008
ChemSpider Extern 22441
Eigenschaften
Molare Masse 303,26 g/mol
Aggregatzustand fest[1]
Dichte 6,2 g/cm3 [2]
Schmelzpunkt 1170 °C[2]
Löslichkeit sehr schlecht in Wasser (0,0445 g/l)[3]

Vorkommen

In der Natur findet man Blei(II)-sulfat in Form von rhombischem, diamantglänzendem Anglesit (Vitriolbleierz).[6] In reinem Zustand spricht man auch von „Bleiglas“.[7]

Bei der Entladung von Bleiakkumulatoren bildet sich Blei(II)-sulfat:[8]

{\displaystyle \mathrm {Pb(s)+SO_{4}^{2-}(aq)\longrightarrow PbSO_{4}(s)+2\ e^{-}} }
Am Minuspol des Akkumulators wird Blei in Bleisulfat umgewandelt.
{\displaystyle \mathrm {PbO_{2}+4\ H^{+}+\ SO_{4}^{2-}+2\ e^{-}\longrightarrow \ PbSO_{4}+2\ H_{2}O} }
Am Pluspol entsteht aus Blei(IV)-oxid und Sulfat Bleisulfat.

Darstellung

Das in Wasser weitgehend unlösliche Blei(II)-sulfat entsteht als weißer Niederschlag bei der Reaktion von Blei(II)-oxid oder löslicher Blei(II)-salze wie Blei(II)-nitrat oder Blei(II)-acetat mit löslichen Sulfaten wie Natriumsulfat oder Schwefelsäure:[6]

{\displaystyle \mathrm {Pb(NO_{3})_{2}+\ Na_{2}SO_{4}\longrightarrow 2\ NaNO_{3}+\ PbSO_{4}\downarrow } }

Eigenschaften

Die Bleiverbindung ist ein Feststoff mit einer relativ hohen Dichte von 6,35 g/cm3. In Wasser ist sie nahezu unlöslich, in konzentrierter Schwefelsäure und starken Säuren löst sie sich gut.[6][7]

{\displaystyle {\ce {PbSO_4(s) + H_2SO_4 (aq) -> Pb(HSO_4)_2 (aq)}}}
Festes Blei(II)-sulfat setzt sich mit Schwefelsäure zu löslichem Blei(II)-hydrogensulfat um.

Deswegen enthält Schwefelsäure, die nach dem Bleikammerverfahren gewonnen wird, Blei(II)-sulfat, das beim Verdünnen der Säure größtenteils wieder ausfällt.[7]

Konzentrierte Alkalilaugen vermögen Blei(II)-sulfat unter Bildung von Plumbat(II)-Ionen (Blei(II)-trihydroxokomplex) zu lösen.[6]

{\displaystyle {\ce {PbSO_4(s) + 3 OH^- (aq) -> Pb(OH)_3^- (aq) + SO_4^2- (aq)}}}
Festes Blei(II)-sulfat setzt sich mit Hydroxidionen zu gelösten Plumbat(II)ionen und Sulfat um .

In konzentrierten Lösungen von Sulfaten erhöht sich die Löslichkeit von Bleisulfat durch Bildung eines Sulfatokomplexes

{\displaystyle {\ce {PbSO_4(s) + SO_4^2- (aq) -> [Pb(SO_4)_2]^2- (aq)}}}.[9][10]
Festes Blei(II)-sulfat reagiert mit gelöstem Sulfat zum Blei(II)-disulfatokomplex

Ab 1170 °C schmilzt die Verbindung unter teilweiser Abspaltung von Schwefeltrioxid. Silicate wie Glas oder Porzellan zersetzen Blei(II)-sulfat unter Bildung von Bleisilicat.[6]

Verwendung

Blei(II)-sulfat wurde als weiße Malerfarbe verwendet.[11] Ihr Vorteil liegt darin, dass sie gegen Licht und Luft beständig ist. Nachteilig ist dagegen, dass die Farbe schlechter deckt und trocknet als zum Beispiel Bleiweiß. Schwefelwasserstoff und Bleisulfidbildung führen zu einem Nachdunkeln. Darüber hinaus wurde Blei(II)-sulfat für die Herstellung von Leinölfirnis sowie als Beschwerungsmittel verwendet.[12] Blei(II)-sulfat darf wegen seiner Giftigkeit in Deutschland nicht mehr frei verkauft werden.

Das Ausfällen von Blei(II)-sulfat durch Versetzen von Bleisalzlösungen mit verdünnter Schwefelsäure wird in der Analytik zur quantitativen Bestimmung von Blei genutzt.[6]

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Hochspringen nach: a b c d Eintrag zu Extern Blei(II)-sulfat in der GESTIS-Stoffdatenbank des Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, abgerufen am 23. Mai 2026. (JavaScript erforderlich)
  2. Hochspringen nach: a b Datenblatt Extern Blei(II)-sulfat bei Thermo Fisher Scientific Inc., abgerufen am 23. Mai 2026.
  3. Extern NIST-data review 1980 (im Internet Archive)
  4. Nicht explizit in Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Gruppeneintrag Extern Bleiverbindungen mit Ausnahme der namentlich in diesem Anhang bezeichneten in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 23. Mai 2026. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung Extern erweitern.
  5. Extern Eintrag in der SVHC-Liste der Europäischen Chemikalienagentur, abgerufen am 17. Juli 2014.
  6. Hochspringen nach: a b c d e f Karl A. Hofmann: Anorganische Chemie. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-663-14240-9, S. 540 ( Extern eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  7. Hochspringen nach: a b c Arnold F. Holleman, Egon Wiberg: Lehrbuch der anorganischen Chemie. Walter de Gruyter, 1995, ISBN 978-3-11-012641-9, S. 978 ( Extern eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  8. Gert Blumenthal, Dietmar Linke, Siegfried Vieth: Chemie Grundwissen für Ingenieure. Springer-Verlag, 2007, ISBN 978-3-8351-9047-4, S. 261 ( Extern eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  9. Gary L. Gardner, George H. Nancollas: Complex formation in lead sulfate solutions. In: Analytical Chemistry. Band 42, Nr. 7, 1. Juni 1970, S. 794–795, doi: Extern 10.1021/ac60289a003.
  10. Sven Hagemann: Thermodynamische Eigenschaften des Bleis in Lösungen der ozeanischen Salze. Braunschweig 1999, doi: Extern 10.24355/dbbs.084-200511080100-200 ( Extern tu-braunschweig.de [abgerufen am 23. Mai 2026]).
  11. Werner Baumann, Bettina Herberg-Liedtke: Druckereichemikalien Daten und Fakten zum Umweltschutz. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-642-97337-6, S. 256 ( Extern eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  12. Martin Bertau, Armin Müller, Peter Fröhlich, Michael Katzberg: Industrielle Anorganische Chemie. John Wiley & Sons, 2013, ISBN 978-3-527-33019-5, S. 291 ( Extern eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Externe Links zu erwähnten Verbindungen

  1. Externe Identifikatoren von bzw. Datenbank-Links zu λ~2~-Plumban -schwefelsäure (1:1): CAS-Nr.: 15739-80-7, PubChem: Extern 24008, ChemSpider: Extern 21160406.
  2. Externe Identifikatoren von bzw. Datenbank-Links zu Tribasisches Bleisulfat: CAS-Nr.: Extern 12202-17-4, EG-Nr.: 235-380-9, ECHA-InfoCard: Extern 100.032.152, PubChem: Extern 139031023, ChemSpider: Extern 17215651.
Trenner
Basierend auf einem Artikel in: Extern Wikipedia.de
Seitenende
Seite zurück
© biancahoegel.de
Datum der letzten Änderung: Jena, den: 23.05. 2026