Blei(II)-sulfat
| Sicherheitshinweise | |||||||||
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| Zulassungsverfahren unter REACH |
besonders besorgniserregend: fortpflanzungsgefährdend (CMR)[5] | ||||||||
Blei(II)-sulfat (PbSO4), ein weißer kristalliner Feststoff, ist das Blei(II)-Salz der Schwefelsäure.
| Strukturformel | ||
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| Allgemeines | ||
| Name | Blei(II)-sulfat | |
| Andere Namen |
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| Summenformel | PbSO4 | |
| Kurzbeschreibung | weißer kristalliner Feststoff[1] | |
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||
| CAS-Nummer |
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| EG-Nummer | 231-198-9 | |
| ECHA-InfoCard | | |
| PubChem | | |
| ChemSpider | | |
| Eigenschaften | ||
| Molare Masse | 303,26 g/mol | |
| Aggregatzustand | fest[1] | |
| Dichte | 6,2 g/cm3 [2] | |
| Schmelzpunkt | 1170 °C[2] | |
| Löslichkeit | sehr schlecht in Wasser (0,0445 g/l)[3] | |
Vorkommen
In der Natur findet man Blei(II)-sulfat in Form von rhombischem, diamantglänzendem Anglesit (Vitriolbleierz).[6] In reinem Zustand spricht man auch von „Bleiglas“.[7]
Bei der Entladung von Bleiakkumulatoren bildet sich Blei(II)-sulfat:[8]
- Am Minuspol des Akkumulators wird Blei in Bleisulfat umgewandelt.
- Am Pluspol entsteht aus Blei(IV)-oxid und Sulfat Bleisulfat.
Darstellung
Das in Wasser weitgehend unlösliche Blei(II)-sulfat entsteht als weißer Niederschlag bei der Reaktion von Blei(II)-oxid oder löslicher Blei(II)-salze wie Blei(II)-nitrat oder Blei(II)-acetat mit löslichen Sulfaten wie Natriumsulfat oder Schwefelsäure:[6]
-
Blei(II)-sulfat -
Blei(II)-sulfat, gefällt
(Auflichtaufnahme im Lösungstropfen, 40er-Objektiv)
Eigenschaften
Die Bleiverbindung ist ein Feststoff mit einer relativ hohen Dichte von 6,35 g/cm3. In Wasser ist sie nahezu unlöslich, in konzentrierter Schwefelsäure und starken Säuren löst sie sich gut.[6][7]
- Festes Blei(II)-sulfat setzt sich mit Schwefelsäure zu löslichem Blei(II)-hydrogensulfat um.
Deswegen enthält Schwefelsäure, die nach dem Bleikammerverfahren gewonnen wird, Blei(II)-sulfat, das beim Verdünnen der Säure größtenteils wieder ausfällt.[7]
Konzentrierte Alkalilaugen vermögen Blei(II)-sulfat unter Bildung von Plumbat(II)-Ionen (Blei(II)-trihydroxokomplex) zu lösen.[6]
- Festes Blei(II)-sulfat setzt sich mit Hydroxidionen zu gelösten Plumbat(II)ionen und Sulfat um .
In konzentrierten Lösungen von Sulfaten erhöht sich die Löslichkeit von Bleisulfat durch Bildung eines Sulfatokomplexes
Ab 1170 °C schmilzt die Verbindung unter teilweiser Abspaltung von Schwefeltrioxid. Silicate wie Glas oder Porzellan zersetzen Blei(II)-sulfat unter Bildung von Bleisilicat.[6]
Verwendung
Blei(II)-sulfat wurde als weiße Malerfarbe verwendet.[11] Ihr Vorteil liegt darin, dass sie gegen Licht und Luft beständig ist. Nachteilig ist dagegen, dass die Farbe schlechter deckt und trocknet als zum Beispiel Bleiweiß. Schwefelwasserstoff und Bleisulfidbildung führen zu einem Nachdunkeln. Darüber hinaus wurde Blei(II)-sulfat für die Herstellung von Leinölfirnis sowie als Beschwerungsmittel verwendet.[12] Blei(II)-sulfat darf wegen seiner Giftigkeit in Deutschland nicht mehr frei verkauft werden.
Das Ausfällen von Blei(II)-sulfat durch Versetzen von Bleisalzlösungen mit verdünnter Schwefelsäure wird in der Analytik zur quantitativen Bestimmung von Blei genutzt.[6]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Hochspringen nach: a b c d
Eintrag zu
Blei(II)-sulfat in der
GESTIS-Stoffdatenbank des Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, abgerufen am 23. Mai 2026. (JavaScript erforderlich)
- ↑ Hochspringen nach: a b Datenblatt
Blei(II)-sulfat bei
Thermo Fisher Scientific Inc., abgerufen am 23. Mai 2026.
- ↑
NIST-data review 1980
(im Internet Archive)
- ↑ Nicht explizit in Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP)
gelistet, fällt aber mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Gruppeneintrag
Bleiverbindungen mit Ausnahme der namentlich in diesem Anhang bezeichneten in der Datenbank
ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 23. Mai 2026. Hersteller bzw. Inverkehrbringer
können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung
erweitern.
- ↑
Eintrag
in der SVHC-Liste der
Europäischen Chemikalienagentur, abgerufen am 17. Juli 2014.
- ↑ Hochspringen nach: a b c
d e f Karl A. Hofmann:
Anorganische Chemie. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-663-14240-9, S. 540
(
eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Hochspringen nach: a b
c Arnold F. Holleman, Egon Wiberg: Lehrbuch der anorganischen Chemie. Walter de Gruyter, 1995,
ISBN 978-3-11-012641-9, S. 978
(
eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Gert Blumenthal, Dietmar Linke, Siegfried Vieth:
Chemie Grundwissen für Ingenieure. Springer-Verlag, 2007, ISBN 978-3-8351-9047-4, S. 261
(
eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Gary L. Gardner, George H. Nancollas: Complex formation in lead sulfate solutions. In:
Analytical Chemistry. Band 42,
Nr. 7, 1. Juni 1970, S. 794–795,
doi:
10.1021/ac60289a003.
- ↑ Sven Hagemann: Thermodynamische Eigenschaften des Bleis in Lösungen der ozeanischen Salze. Braunschweig 1999,
doi:
10.24355/dbbs.084-200511080100-200
(
tu-braunschweig.de [abgerufen am 23. Mai 2026]).
- ↑ Werner Baumann, Bettina Herberg-Liedtke: Druckereichemikalien
Daten und Fakten zum Umweltschutz. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-642-97337-6, S. 256
(
eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Martin Bertau, Armin Müller,
Peter Fröhlich, Michael Katzberg: Industrielle Anorganische Chemie. John Wiley & Sons, 2013, ISBN 978-3-527-33019-5, S. 291
(
eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
Externe Links zu erwähnten Verbindungen
- ↑ Externe Identifikatoren von bzw. Datenbank-Links zu λ~2~-Plumban -schwefelsäure (1:1):
CAS-Nr.: 15739-80-7,
PubChem:
24008,
ChemSpider:
21160406.
- ↑ Externe Identifikatoren von bzw. Datenbank-Links zu Tribasisches Bleisulfat:
CAS-Nr.:
12202-17-4,
EG-Nr.: 235-380-9,
ECHA-InfoCard:
100.032.152,
PubChem:
139031023,
ChemSpider:
17215651.


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Datum der letzten Änderung: Jena, den: 23.05. 2026