Logo biancahoegel.de

Hypoxanthin

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
keine GHS-Piktogramme
H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze
Toxikologische Daten 750 mg/kg (LD50Mausi.p.)[2]

Hypoxanthin ist ein natürlich vorkommendes Purin­derivat und entsteht bei der Einwirkung der Xanthinoxidase auf Xanthin, obwohl der Purinabbau normalerweise so abläuft, dass Hypoxanthin durch Xanthinoxidase zu Xanthin oxidiert wird. Sehr selten bildet Hypoxanthin das Grundgerüst von Nukleinsäuren. Es ist im Anticodon der tRNA enthalten in der Form des Nukleosids Inosin.

Vorkommen

Hypoxanthin kommt zum Beispiel im Harn in freier Form sowie auch gebunden in Nukleosiden vor.

Eigenschaften

Strukturformel
Struktur von Hypoxanthin
Allgemeines
Name Hypoxanthin
Andere Namen
  • 6-Hydroxypurin
  • 1,7-Dihydro-6H-purin-6-on
  • Purin-6(1H)-on
  • 9H-Purin-6-ol
Summenformel C5H4N4O
Kurzbeschreibung farblose Kristalle[1]
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Extern 68-94-0
EG-Nummer 200-697-3
ECHA-InfoCard Extern 100.000.634
PubChem Extern 790
ChemSpider Extern 768
DrugBank DB04076
Eigenschaften
Molare Masse 136,11 g/mol
Aggregatzustand fest
Schmelzpunkt > 300 °C[2]
Löslichkeit 25 g/l in 1M Natronlauge[2]

Das Hypoxanthinmolekül weist mehrere Tautomere auf, die miteinander in einem Gleichgewicht stehen:

Imin-Enamin-Tautomerie des Hypoxanthins.
Lactam-Lactim-Tautomerie des Hypoxanthins.

Vom Hypoxanthin leiten sich das Nukleosid Inosin und das Nukleotid Inosinmonophosphat ab.

Biologische Bedeutung

Hypoxanthin stellt für manche Mikroorganismen einen Wachstumsfaktor dar. Es trägt außerdem zur Färbung von Fischen bei. In der Hülle von Fisch-Schwimmblasen senken dichte Lagen von Hypoxanthin-Kristalliten deren Gas-Durchlässigkeit. Das an 3-Position oxidierte Hypoxanthin ist der Schreckstoff der Cypriniformes.

Historisches

Hypoxanthin wurde von Johann Joseph von Scherer in der Milz und im Herzmuskel entdeckt. Er beschrieb seine Beobachtungen 1850.[3]

Einzelnachweise

  1. Datenblatt Extern Hypoxanthin bei Thermo Fisher Scientific, abgerufen am 8. September 2026.
  2. Hochspringen nach: a b c d Datenblatt Extern Hypoxanthine bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 8. September 2026. ( Extern PDF).
  3. Johann Josef von Scherer: Ueber einen im thierischen Organismus vorkommenden, dem Xanthicoxyd verwandten Körper. In: Friedrich Wöhler, Justus Liebig (Hrsg.): Annalen der Chemie und Pharmacie. Band 73, Nr. 3. Christian Friedrich Winter, Heidelberg 1850, S. 328–334, doi: Extern 10.1002/jlac.18500730304 ( Extern online bei HathiTrunst.org).
Trenner
Basierend auf einem Artikel in: Extern Wikipedia.de
Seitenende
Seite zurück
© biancahoegel.de
Datum der letzten Änderung: Jena, den: 08.09. 2026