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Tellurdioxid

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[5] ggf. erweitert[2]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol
Gefahr
H- und P-Sätze H:
  • Kann allergische Hautreaktionen verursachen.
  • Gesundheitsschädlich bei Einatmen.
  • Kann das Kind im Mutterleib schädigen. Kann vermutlich die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.
  • Kann Säuglinge über die Muttermilch schädigen.
  • Giftig für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung.
P:
  • Staub / Rauch / Gas / Nebel / Dampf / Aerosol nicht einatmen.
  • Berührung während der Schwangerschaft und Stillzeit vermeiden.
  • Schutzhandschuhe/ Schutzkleidung/ Augenschutz/ Gesichtsschutz/ Gehörschutz/ … tragen.
  • Freisetzung in die Umwelt vermeiden.
  • Bei Einatmen: Die Person an die frische Luft bringen und für ungehinderte Atmung sorgen. Bei Unwohlsein Giftinformationszentrum, Arzt oder … anrufen.
  • Bei Exposition oder falls betroffen: Ärztlichen Rat Einholen / ärztliche Hilfe hinzuziehen.
[2]

Tellurdioxid ist eine anorganische chemische Verbindung, genauer ein Oxid des Tellurs mit der Formel TeO2. Es ist das Anhydrid der unbeständigen Tellurigen Säure (H2TeO3) und unter Normalbedingungen ein farbloser Feststoff.

Kristallstruktur
Struktur von Tellurdioxid
_ Te4+ 0 _ O2−
Kristallsystem

tetragonal (α-TeO2)

Raumgruppe P41212 (Nr. 92)
Gitterparameter a = 480 pm
c = 761 pm
Koordinationszahlen Te[4], O[2]
Allgemeines
Name Tellurdioxid
Andere Namen
  • Tellur(IV)-oxid
  • Telluroxid
  • Paratellurit (α-TeO2)
  • Tellurit (β-TeO2)
Verhältnisformel TeO2
Kurzbeschreibung farblose, tetragonale, oktaederähnliche Kristalle[1]
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Extern 7446-07-3
EG-Nummer 231-193-1
ECHA-InfoCard Extern 100.028.357
PubChem Extern 62638
ChemSpider Extern 56390
Eigenschaften
Molare Masse 159,61 g/mol
Aggregatzustand fest[2]
Dichte 6,02 g/cm3 (20 °C)[2]
Schmelzpunkt 733 °C[2]
Siedepunkt 1245 °C[1]
Löslichkeit praktisch unlöslich in Wasser[2]
Brechungsindex
  • 2,260 bei 630 nm[3]
  • Abhängig von Wellenlänge und optischer Achse zwischen 2,19 und 2,5[4]

Vorkommen

Zemannit-Kristalle auf Paratellurit (α-TeO2)

Tellurdioxid existiert in zwei Modifikationen, die auch in der Natur in Form der Minerale Paratellurit (α-TeO2, tetragonal) und Tellurit (β-TeO2, orthorhombisch) auftreten. Diese beiden Modifikationen sind strukturell sehr eng miteinander verwandt und können meist durch ihre Farbe unterschieden werden, Tellurit hat häufig eine gelbe Farbe während Paratellurit in der Regel farblos ist.

Gewinnung und Darstellung

Tellurdioxid entsteht aus elementarem Tellur durch Verbrennung an Luft in einer blauen Flamme:

{\displaystyle \mathrm {Te\ +\ O_{2}\ \longrightarrow \ TeO_{2}} }

Technisch wird TeO2 durch Reaktion von Tellur mit konzentrierter Salpetersäure (HNO3) bei 400 °C hergestellt. Dabei wird elementares Tellur zu Te(IV)-oxid oxidiert, während die Salpetersäure zu Stickoxiden reduziert wird:[6]

{\displaystyle \mathrm {3\ Te\ +\ 4\ HNO_{3}\ \longrightarrow \ 3\ TeO_{2}\ +\ 4\ NO\ +\ 2\ H_{2}O} }

Eigenschaften

Physikalische Eigenschaften

Tellurdioxid (Paratellurit) ist ein Feststoff und kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem in der Raumgruppe P41212 (Raumgruppen-Nr. 92) mit den Gitterkonstanten a = 480 und c = 761 pm. Die Verbindung geht bei 732,6 °C in eine rote Schmelze über. Oberhalb von 1245 °C ist TeO2 ein gelbes Gas.


Chemische Eigenschaften

Tellurdioxid löst sich sehr schlecht in Wasser unter Bildung geringer Mengen von Telluriger Säure:

{\displaystyle \mathrm {TeO_{2}\ +\ H_{2}O\ \rightleftharpoons \ H_{2}TeO_{3}} }

Die Gleichgewichtskonstante der Reaktion ist sehr klein, das Gleichgewicht liegt weit auf der linken Seite. Die dabei entstandene Tellurige Säure ist schwach amphoter und reagiert mit starken Säuren (z. B. Salzsäure HCl) unter Bildung von Tellur(IV)-Salzen:

{\displaystyle \mathrm {H_{2}TeO_{3}\ +\ 4\ HCl\ \longrightarrow \ TeCl_{4}\ +\ 3\ H_{2}O} }

Reaktionen mit Basen führen zur Bildung von Hydrogentellurat(IV)- (HTeO3) oder Tellurat(IV)-Ionen (TeO32−):

{\displaystyle \mathrm {H_{2}TeO_{3}\ +\ OH^{-}\ \rightleftharpoons \ HTeO_{3}^{-}\ +\ H_{2}O\ \rightleftharpoons \ TeO_{3}^{2-}\ +\ H_{3}O^{+}} }

Verwendung

Gläser aus Tellurdioxid haben sehr hohe Brechungsindizes und können daher in Lichtwellenleitern als Alternative zu SiO2-Gläsern eingesetzt werden. TeO2-Kristalle werden außerdem als Akustooptische Modulatoren (AOM) verwendet.

Sicherheitshinweise

Tellurdioxid gilt als gesundheitsschädlich, vor allem durch Einatmen von TeO2-Partikeln und Staub.[2]

Einzelnachweise

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  1. Hochspringen nach: a b Eintrag zu Extern Telluroxide. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 10. Januar 2026.
  2. Hochspringen nach: a b c d e f g Eintrag zu Extern Tellur(IV)-oxid in der GESTIS-Stoffdatenbank des Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, abgerufen am 10. Januar 2026. (JavaScript erforderlich)
  3. alineason.com: Extern Tellurdioxid, abgerufen am 10. Januar 2026.
  4. Almaz Optics, Inc.: Tellurium Dioxide (TeO2)
  5. Eintrag zu Extern Tellurdioxid in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 10. Januar 2026. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung Extern erweitern.
  6. G. Brauer (Hrsg.): Handbook of Preparative Inorganic Chemistry 2nd ed., vol. 1, Academic Press 1963, S. 447–9.
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Basierend auf einem Artikel in: Extern Wikipedia.de
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Datum der letzten Änderung: Jena, den: 10.01. 2026