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Selentrioxid

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[3] ggf. erweitert[2]
Giftig oder sehr giftig Gesundheitsgefährdend Umweltgefährlich
Gefahr
H- und P-Sätze H:
  • Giftig bei Verschlucken.
  • Giftig bei Einatmen.
  • Kann die Organe schädigen (alle betroffenen Organe nennen, sofern bekannt) bei längerer oder wiederholter Exposition (Expositionsweg angeben, wenn schlüssig belegt ist, dass diese Gefahr bei keinem anderen Expositionsweg besteht).
  • Sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung.
P: Fehlende P-Sätze

Selentrioxid (SeO3) ist eine anorganische chemische Verbindung des Selens aus der Gruppe der Oxide.

Strukturformel
Strukturformel von Selentrioxid
Allgemeines
Name Selentrioxid
Andere Namen
  • Selen(VI)-oxid
  • Selensäureanhydrid
Summenformel SeO3
Kurzbeschreibung farbloser Feststoff[1]
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Extern 13768-86-0
EG-Nummer 237-385-1
ECHA-InfoCard Extern 100.033.972
PubChem Extern 115128
Eigenschaften
Molare Masse 126,958 g/mol
Aggregatzustand fest[1]

Gewinnung und Darstellung

Selentrioxid kann durch Reaktion von Kaliumselenat mit Schwefeltrioxid gewonnen werden.[1]

{\displaystyle \mathrm {K_{2}SeO_{4}} +(n+1)\;\mathrm {SO_{3}} \longrightarrow \mathrm {K_{2}SO_{4}} \cdot n\;\mathrm {SO_{3}} +\mathrm {SeO_{3}} }

Eigenschaften

Selentrioxid ist ein farbloser Feststoff, der mit Wasser unter starker Erwärmung zu Selensäure reagiert. Er löst sich in Essigsäureanhydrid und flüssigem Schwefeldioxid. Er besitzt keinen definierten Siedepunkt, sondern beginnt ab etwa 100 °C unter Normaldruck langsam zu sublimieren und zersetzt sich ab 180 °C. Die Oxidationskraft der Verbindung ist so stark, dass Alkohol schon bei −80 °C entzündet wird.[1] Sie besteht aus achtgliedrigen Ringmolekülen Se4O12. In der Gasphase steht dieses Tetramer mit monomerem Selentrioxid im Gleichgewicht.[4]

Verwendung

Selentrioxid eignet sich zur schonenden Selenonierung von Kohlenwasserstoffen.[5] Durch Reaktion mit Flusssäure kann Fluorselensäure hergestellt werden.[6]

{\displaystyle {\ce {SeO3 + HF -> HSeO3F}}}


Einzelnachweise

  1. ↑ Hochspringen nach: a b c d Georg Brauer (Hrsg.), unter Mitarbeit von Marianne Baudler u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band I, Ferdinand Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02328-6, S. 422.
  2. ↑ Eintrag zu Extern Selenverbindungen in der GESTIS-Stoffdatenbank des Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, abgerufen am 13. Oktober 2026. (JavaScript erforderlich)
  3. ↑ Nicht explizit in Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Gruppeneintrag Extern Selenverbindungen mit Ausnahme von Cadmiumsulfoselenid, soweit in diesem Anhang nicht gesondert aufgeführt im Classification and Labelling Inventory der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 13. Oktober 2026. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung Extern erweitern.
  4. ↑ Ralf Steudel: Chemie der Nichtmetalle: Von Struktur und Bindung zur Anwendung. Walter de Gruyter, 2008, ISBN 3-11-021128-9, S. 461 ( Extern eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. ↑ Max Schmidt, Irmgard Wilhelm: Lösungen von Selentrioxid. In: Chemische Berichte. 97, 1964, S. 872–875, doi: Extern 10.1002/cber.19640970334.
  6. ↑ Jane E. Macintyre: Dictionary of Inorganic Compounds. CRC Press, 1992, ISBN 0-412-30120-2, S. 3128.
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Basierend auf einem Artikel in: Extern Wikipedia.de
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Datum der letzten Änderung: Jena, den: 21.10. 2026